Rainer Maria Rilke: Das ist Sehnsucht

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Das ist Sehnsucht
1895

Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.

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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, das man lesen kann, wenn man sich sehnt

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5 Kommentare zu „Rainer Maria Rilke: Das ist Sehnsucht

      1. Der Panther

        Im Jardin des Plantes, Paris

        Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
        so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
        Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
        und hinter tausend Stäben keine Welt.

        Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
        der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
        ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
        in der betäubt ein großer Wille steht.

        Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
        sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
        geht durch der Glieder angespannte Stille –
        und hört im Herzen auf zu sein.

        Gefällt 1 Person

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