Friedrich Wilhelm Nietzsche: Das trunkene Lied

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900)

Das trunkene Lied

O Mensch! Gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
„Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht: –
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh -,
Lust – tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
Will tiefe, tiefe Ewigkeit“

(aus Also sprach Zarathustra, 1891)

_____

Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, das man lesen kann, wenn man wissen ist, was das Leben ist oder wenn es schwierig ist

Was bedeutet Leben überhaupt? Wonach streben wir, was wollen wir und wovon lassen wir uns lenken? Meist definieren wir in Dualismen, gut und böse, schön und hässlich, Leid und Freude. Das eine wollen wir, das andere nicht, das eine versuchen wir, zu halten, das andere zu meiden. Genau mit dieser Haltung erreichen wir aber meist das Gegenteil. Wir werden zu Sklaven unserer Lüste, Leid ist die Folge. Freude gibt es nur im Hier und Jetzt, jeder Tag kann sie neu bringen. Dann können wir sie sehen, geniessen und wieder loslassen, und: daraus Kraft schöpfen, das Leid zu tragen, das nicht ausbleiben wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s